Was, wenn der wirksamste Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall längst existiert, aber politisch kaum genutzt wird?
Am 8. September rückt der Welt-Physio-Tag ein Thema in den Fokus, das unseren Berufsstand seit Jahren beschäftigt:
die Rolle der Physiotherapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall.
Die Zahlen sprechen für sich. Weltweit sterben jährlich über 20,5 Millionen Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, mehr als 30 % aller Todesfälle. Herzinfarkt und Schlaganfall machen davon rund 85 % aus. Bewegungsmangel zählt zu den wenigen beeinflussbaren Risikofaktoren, und genau hier liegt unsere fachliche Verantwortung als Berufsstand.
Als Bundesvorsitzender des VDB sehe ich diesen Tag als Anlass, klar zu benennen, was Physiotherapie tatsächlich leistet:
🔹 In der Prävention, durch Risikoerkennung
und gezielte Bewegungsempfehlung
🔹 In der Behandlung, durch sichere Aktivitätssteigerung
nach kardiologischen Ereignissen
🔹 In der Rehabilitation, durch strukturierte Wiederherstellung
von Mobilität und Selbstständigkeit nach Schlaganfall
Die Evidenz ist eindeutig. 30 Minuten Bewegung an 5 Tagen die Woche senken das Schlaganfallrisiko um 25 %. Das ist keine Randnotiz, das ist ein gesundheitspolitischer Auftrag.
Der VDB wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Kompetenz unseres Berufsstands in der Versorgung von Herz-Kreislauf-Patienten politisch und strukturell die Anerkennung erhält, die ihr fachlich zusteht. Das ist keine Frage des guten Willens, sondern der Versorgungsrealität.
André Laufer
Bundesvorsitzender VDB-Physiotherapieverband

