Junge Frau springt vor Freude in die Luft

Monate: März 2021

Physiotherapie:
Sachsen
beschließt
Schulgeldfreiheit

Sachsen will nicht weiter warten, bis der Bund die Schulgeldfreiheit in weiteren Gesundheitsfachberufen gesichert hat und ermöglicht daher ab dem Schuljahr 2021/22 einen Zuschuss und damit die Schulgeldfreiheit, informiert das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer Pressemitteilung. Einem entsprechenden Antrag der Regierungskoalition stimmte der Sächsische Landtag gestern zu. Vorbehaltlich des Beschlusses des kommenden Doppelhaushaltes seien dafür 2021 1,8 Mio. Euro und 2022 5,4 Mio. Euro eingeplant. Wer sich für eine Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf wie Physiotherapie oder Logopädie entscheide, siehe sich gleich zu Beginn mit einer Hürde konfrontiert: dem Schulgeld. Junge Menschen, die einen wichtigen Beruf für unsere Gesellschaft erlernen wollen, zahlen also erstmal drauf, erklärt das Ministerium die prekäre Situation in den nichtakademischen Gesundheitsberufen. Das war und sei ungerecht, denn in der Regel erhalten Auszubildende einen Lohn und müssen keinen eigenen finanziellen Beitrag leisten. Diese Ungerechtigkeit sehe auch der Bund und berät in einer Bund-Länder-Kommission über eine bundeseinheitliche Regelung. Darüber hinaus sehe auch der Koalitionsvertrag des Bundes vor, das Schulgeld in allen Gesundheitsfachberufen abzuschaffen. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD): „Wir müssen als …

Mauer mit einem kleinen Fenster

Monate: März 2021

Verhandlungen
ergebnislos abgebrochen – wie geht es jetzt weiter?

Die Verhandlungen zwischen den maßgeblichen Verbänden IFK, PHYSIO-DEUTSCHLAND, VDB-Physiotherapieverband und Verband Physikalische Therapie (VPT) sowie dem GKV-Spitzenverband (GKV-SV) endeten am 25. März 2021 erneut ohne Einigung. Wie geht es nun weiter? Nachfolgend werden die drängendsten Fragen rund um den neuen Bundesrahmenvertrag, die Vertragsverhandlungen, das Schiedsverfahren und mögliche weitere Schritte behandelt.   Wieso sind die Verhandlungen erneut gescheitert? Woran lag’s? Die Verbände und der GKV-SV haben sich zwar darauf geeinigt, in der neuen Leistungsbeschreibung den zeitlichen Aufwand für die Behandlung abzubilden. Den Verbänden war dabei besonders wichtig, den Aufwand für die Vor- und Nachbereitung und die Dokumentation realistisch abzubilden, dem GKV-Spitzenverband waren Mindesttherapiezeiten wichtig. Im Anschluss an die Verhandlungen zur Leistungsbeschreibung hat sich der GKV-SV dann aber geweigert, die Preise entsprechend der neuen Leistungsbeschreibung anzupassen. Am Ende hätten Physiotherapeuten pro vertraglich vereinbarter Minute physiotherapeutischer Leistung jedoch weniger Geld bekommen als aktuell. Das konnten die Verbände natürlich nicht akzeptieren.   Was hat der GKV-Spitzenverband konkret angeboten? Um das zu erklären, muss etwas ausgeholt werden: Die Preisberechnung setzt sich aus zwei Faktoren zusammen: 1) der Vergütung pro Minute …

Zwei Haende zerren an einem Seil

Monate: März 2021

Kurzinfo zum
Verhandlungsstand

Der Verhandlungstermin der maßgeblichen Verbände IFK, PHYSIO-DEUTSCHLAND, VDB-Physiotherapieverband und Verband Physikalische Therapie (VPT) mit dem GKV-Spitzenverband am 25. März 2021 endete ohne Einigung. Die Verbände sind aktuell noch in der Bewertung der Verhandlungsergebnisse und werden morgen weitere Informationen veröffentlichen.    

Fragezeichen und Ausrufezeichen

Monate: März 2021

Kanzlerin kippt
Ruhetage

Angela Merkel teilt in einer Pressekonferenz die Rücknahme der Ruhetage mit. Bund und Länder haben in Ihrem Beschluss vom 22. März zwei sogenannte Ruhetage für Gründonnerstag und Ostersamstag definiert. Diese Maßnahme hat Bundeskanzlerin Merkel nun zurückgenommen. In einer Pressekonferenz am Mittag teilte die Kanzlerin den Entschluss, die Ruhetage nicht auf den Weg zu bringen, sondern zu stoppen, der Öffentlichkeit mit. Vorab fand eine kurzfristig einberufene Bund-Länder-Konferenz statt. Die Ruhetage seien in bester Absicht entschieden worden, erklärte Merkel, doch ein Fehler, da viele Fragen der Umsetzung in der Kürze der Zeit nicht gelöst werden konnten. Angela Merkel bat in der Pressekonferenz ausdrücklich für die Verunsicherung um Verzeihung und sagte: „Es ist einzig und allein mein Fehler“. Ein Fehler müsse als Fehler benannt werden und er müsse korrigiert werden. Insbesondere Arbeitgeber hatten in den letzten Stunden über die rechtliche Umsetzung der Maßnahme gerätselt. Nun dürfte mit der Rücknahme der Ruhetage wieder Ruhe einkehren. (dad)

Monate: März 2021

Hygienepauschale für Therapeuten weiterhin
unangemessen niedrig

Aktuell liegt ein Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zur Dritten Änderung der COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung vor. Aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie und dem weiterhin bestehenden erhöhten Schutzbedarf bei der Durchführung der therapeutischen Behandlungen soll die Abrechnungsmöglichkeit der Hygienepauschale für die Dauer der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite gemäß § 5 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes fortgeführt werden. Das Bundesministerium für Gesundheit beziffert im Referentenentwurf die Erstattung der erhöhten Hygienekosten für Heilmittelerbringer weiterhin auf 1,50 Euro pro Heilmittelverordnung. Damit bleibt die Kostenerstattung der gesetzlichen Krankenkassen für die gestiegenen Hygienekosten im Heilmittelbereich unangemessen niedrig und nicht kostendeckend. Der gesetzlichen Krankenversicherung entstehen voraussichtlich je eine Million Heilmittelverordnungen Mehrausgaben in Höhe von 1,5 Millionen Euro pro Quartal. In Kraft treten soll die Verordnung am 1. April 2021. (dad)

Liste mit gruenen Haken

Monate: März 2021

Langfristiger
Heilmittelbedarf für
weitere Diagnosen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf erweitert, informiert der G-BA in einer Pressemitteilung. In dieser Liste führt der G-BA Krankheiten und Krankheitsbilder auf, bei denen aufgrund der Schwere der Erkrankung von einem erhöhten Heilmittelbedarf ausgegangen wird. Patientinnen und Patienten mit einer schweren und langanhaltenden funktionellen oder strukturellen Schädigung benötigen oft auch dauerhaft Heilmittel wie Krankengymnastik oder Sprachtherapie. Besteht ein solcher langfristiger Heilmittelbedarf, kann eine Verordnung wiederholt gleich für jeweils 12 Wochen ausgestellt werden. In der Diagnoseliste für einen solchen Bedarf (Anlage 2 der Heilmittel-Richtlinie) kommen durch den aktuellen Beschluss folgende Krankheitsbilder hinzu: Guillain-Barré-Syndrom (Erkrankung des peripheren Nervensystems) Normaldruckhydrozephalus (Störung der Hirn-, Rückenmark- und Nervenfunktion) blutungsbedingte Gelenkschäden (Arthropathia haemophilica) Ehlers-Danlos-Syndrom (Erkrankungen des Bindegewebes) Glasknochenkrankheit (Osteogenesis imperfecta) angeborene Fehlbildungssyndrome vorwiegend an den Extremitäten schwere Verbrennungen oder Verätzungen Die Richtlinienänderungen treten nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit am 1. Juli 2021 in Kraft.  

Preis und Wert in einer Waage

Monate: März 2021

Keine Einigung:
Verhandlungen mit den Krankenkassen erneut
vertagt

Die Verhandlungen der maßgeblichen Verbände IFK, PHYSIO-DEUTSCHLAND, VDB-Physiotherapieverband und Verband Physikalische Therapie (VPT) mit dem GKV-Spitzenverband gingen am 18. März 2021 in die nächste Runde. Die Verbände sind mit mehreren Kompromissvorschlägen auf die Kassen zugegangen. Ein Gegenangebot der Kassen steht jedoch weiter aus, sodass im Ergebnis ein neuer Verhandlungstermin in der nächsten Woche vereinbart werden musste. Wir werden uns weiterhin mit aller Kraft für eine angemessene Vergütung und eine gute Patientenversorgung einsetzen. Allerdings wird der Unmut unter den beteiligten Verbänden und der gesamten Branche weiter wachsen, wenn es nicht bald zu einer Lösung kommt.

Baukloetze mit der Aufschrift RULES

Monate: März 2021

Heilmittel:
G-BA verlängert
Corona-Sonderregeln

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Corona-Sonderregeln für ärztlich verordnete Leistungen über den 31. März 2021 hinaus verlängert. Im Bereich Heilmittel bezieht sich die Verlängerung auf Regelungen im Entlassmanagement, die Gültigkeit der Heilmittel-Verordnung bei Leistungsunterbrechung, Folgeverordnung und Videobehandlung. Krankenhausärztinnen und Ärzte können weiterhin im Rahmen des Entlassmanagements für die Dauer von bis zu 14 Tagen Heilmittel verordnen. Die Maßnahme gilt bis Ende der epidemischen Lage. Heilmittel-Verordnungen bleiben auch dann gültig, wenn es zu einer Leistungsunterbrechung von mehr als 14 Tagen kommt. Gilt bis 30. September 2021. Folgeverordnungen für Heilmittel dürfen weiterhin auch nach telefonischer Anamnese ausgestellt werden. Voraussetzung ist, dass bereits zuvor aufgrund derselben Erkrankung eine unmittelbare persönliche Untersuchung durch die Ärztin oder den Arzt erfolgt ist. Die Verordnung kann dann postalisch an die Versicherte oder den Versicherten übermittelt werden. Dies gilt im Bereich der Heilmittel auch für Folgeverordnungen von Zahnärztinnen und Zahnärzten. Gilt bis 30. September 2021. Eine Behandlung kann weiterhin auch per Video stattfinden, wenn dies aus therapeutischer Sicht möglich und die Patientin oder der Patient damit einverstanden ist. Diese Regelung gilt für eine Vielzahl von …

Monate: März 2021

Impfzentrum Landkreis Stade informiert Heilmittelerbringer

Nach aktuellem Kenntnisstand wird ab Freitag (12.03.2021) die Möglichkeit bestehen, sich telefonisch unter 0800 9988665 und online unter http://www.impfportal-niedersachsen.de zur Impfung anzumelden, informiert das Impfzentrum Landkreis Stade in einer Mail an den VDB-Physiotherapieverband. Es bestehe nun endlich (!) die Möglichkeit zur Anmeldung für Berechtigte mit beruflicher Indikation. Ausdrücklich richtet sich das Impfzentrum mit dieser Info auch an Heilmittelerbringer.

Monate: März 2021

Schiedsspruch: Erste
gemeinsame Onlinerunde der vier PT-Verbände stößt auf großes Interesse

Knapp eine Stunde lang informierten die vier Vorsitzenden von IFK, PHYSIO-DEUTSCHLAND, VDB-Physiotherapieverband und VPT am 03. März 2021 gemeinsam über den Ablauf der Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband, das Ergebnis des Schiedsverfahrens und wie es jetzt weitergeht mit dem neuen Bundesrahmenvertrag. Eine erste politische Bewertung gab es von Dr. Roy Kühne, MdB, der als Gast an dieser Runde teilnahm. Erstmals seit Beginn der Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband Ende 2019 konnten die vier PT-Verbände über die konkreten Forderungen der Verbände, die Angebote der Krankenkassen, den Verhandlungsverlauf, über konstruktive Ansätze, aber auch über das sehr enttäuschende Zwischenergebnis dieser historischen Verhandlungen zum neuen Bundesrahmenvertrag in der Physiotherapie berichten. Die Themen Vergütung, die Modernisierung der Leistungsbeschreibung und die Forderung nach der Einführung neuer Positionen waren dabei die Schwerpunkte in der gestrigen Veranstaltung. Hier der Link zur Aufzeichnung, für alle, die nicht live dabei sein konnten. WebTalk Physioverände Die Live-Veranstaltung war auf den Facebook-Seiten der vier Verbände zu sehen und zu Spitzenzeiten 1250 Zuschauer online. Aktuell sammeln die Verbände die eingegangenen Fragen und bereiten diese in einer gemeinsamen FAQ-Liste zum Bundesrahmenvertrag …