Monate: August 2020

Vergütungsverhandlungen erreichen kritische Phase

Der zweite von drei Verhandlungstagen mit dem GKV-Spitzenverband zu den Vergütungserhöhungen wurde am Nachmittag des 27. August von den Physiotherapie-Verbänden aufgrund eines inakzeptablen Kassenangebots ergebnislos abgebrochen. Die nächste Verhandlung wird am 11. September in Berlin stattfinden. In der Verhandlungsrunde standen insbesondere die Themen Therapiezeiten, Zeiten für Vor-/Nachbereitung und Dokumentation sowie die Vergütung auf der Agenda. Die vier Physiotherapieverbände IFK, VDB-Physiotherapieverband, VPT und ZVK haben ihre Forderungen in den letzten Wochen auf der Basis der Ergebnisse des WAT-Gutachtens sowie der Ergebnisse einer Umfrage zur Vor- und Nachbereitungszeit/Dokumentation ausführlich und fundiert ausgearbeitet, den Vertretern der gesetzlichen Krankenkassen gegenüber dargelegt und begründet und in der Verhandlungsrunde am Donnerstag die Forderung nach einer Vergütungserhöhung um 50,13 Prozent sowie nach Ausweitung der Regelleistungszeiten erneut bekräftigt. Den Verbänden war es dabei wichtig, ihre Forderungen zur Anpassung der Vergütung mit belegbaren Fakten begründen zu können. Dazu wurde das WAT-Gutachten, das unter Federführung des renommierten Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Günter Neubauer entstand, in Auftrag gegeben. „Wir haben uns lange und intensiv auf diese ersten bundesweit einheitlichen Verhandlungen vorbereitet“, so IFK, VDB-Physiotherapieverband, VPT und ZVK …

Praxisinhaber Hans-Otto-Ruehl

Monate: August 2020

“Wir haben vor Jahren
eine Auszeichnung als
besonders
familienfreundlicher
Betrieb bekommen”

Alsfeld: VDB-Mitglied Hans-Otto Rühl im Portrait Hans-Otto Rühl ist Praxisinhaber der Therme Rühl im hessischen Alsfeld. Im Ort ansässig ist die Physiotherapie seit 1982. Damals ging es los mit 100 Quadratmetern, heute beträgt die Therapiefläche das Fünffache mit einem zweiten Standort in Reiskirchen. Das Team besteht aus 23 Mitarbeitenden, zwei davon sind Tochter Amelie Jessica und Sohn Alexander. Auch Ehefrau Jessica arbeitet im Betrieb mit, sie organisiert die Verwaltung der Rehaeinrichtung. Die Familienfreundlichkeit überträgt sich auf den gesamten Betrieb. „Wir haben vor Jahren eine Auszeichnung der IHK Hessen bekommen als besonders familienfreundlicher Betrieb“, sagt Hans-Otto Rühl am Telefon und fügt erklärend und mit einem freundlichen Lachen hinzu: Das liegt an den vielen Müttern. Wir haben in 40 Betriebsjahren insgesamt 55 Kinder gekriegt.“ Oft arbeiteten zwei Schwangere bei uns, in einem Jahr sogar fünf. Eine familienfreundliche Betriebsführung klingt bei Hans-Otto Rühl selbstverständlich, positiv und leicht. Das Team der Rehaeinrichtung habe die Schwangerschaften immer kompensiert. Kolleginnen seien dann eingesprungen, haben ein bisschen mehr gearbeitet… oder Hans-Otto Rühl hat jemand eingestellt. „Nach der Schwangerschaft sind die Mütter geblieben, …

Stempel mit der Aufschrift Buerokratieabbau

Monate: August 2020

Bürokratieabbau im
Heilmittelbereich. Jetzt.

Das Bundesgesundheitsministerium hat Anfang des Jahres einen Dialogprozess „Entbürokratisierung im Heilmittelbereich“ in die Wege geleitet. Im Rahmen des Dialogprozesses fanden jüngst Arbeitsgruppensitzungen in Form von Videokonferenzen statt. Vertreter von KBV und GKV-Spitzenverband, Vertreter der maßgeblichen Heilmittelverbände und des Bundesgesundheitsministeriums diskutierten folgende Themen: Prüfpflicht der Heilmittelerbringer, Regressrisiko und Beanstandungsfristen, Zertifizierung der Praxissoftware, Einzug von Zuzahlungen, Verordnungen im Entlassmanagement, Heilmittelvereinbarungen nach § 84 SGB V, Digitalisierung und Datenschutz im Heilmittelbereich. Voraussichtlich werden ab Oktober neue Heilmittelrichtlinien, ein neuer Heilmittelkatalog und neue Verordnungsformulare gelten. Für den reibungslosen Ablauf der Rezeptausstellung benötigt die Ärzteschaft eine entsprechende Software. An dieser Stelle zeichnet sich schon jetzt ein Problem ab, wie sich im Dialogprozess herausstellte. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bestätigte, dass Probleme mit der Umstellung auf die notwendige Praxissoftware in den Arztpraxen bestünden. Es werde aktuell intensiv an der rechtzeitigen Bereitstellung gearbeitet. Auch das Thema „Videobehandlungen“ erörterten die Gesprächspartner. Vertreter des Gesundheitsministeriums sprachen sich positiv und für den Erhalt der Videobehandlung als abrechenbare Leistungsposition aus. Die Krankenkassen stimmten dem grundsätzlich zu, sahen aber Probleme mit der Durchführung. In den nächsten Tagen treffen …

Sprechblase mit einem Fragezeichen auf rotem Hintergrund

Monate: August 2020

Gesundheitsfördernde
Beratung in der
Physiotherapie

Umfrageteilnehmer gesucht.   Studentin Anna Roidl führt im Rahmen einer Masterarbeit im Studiengang Health Science an der Technischen Universität München eine Erhebung zum Thema „Gesundheitsfördernde Beratung in der Physiotherapie“ durch. Ziel der Arbeit ist es, die Potentiale der Physiotherapie im Feld der Gesundheitsförderung weiter auszubauen und die Profession Physiotherapie in Deutschland zukünftig zielgerichtet zu unterstützen. Hierzu soll in einem ersten Schritt mit Hilfe der Umfrage die aktuelle Praxis sowie der Kenntnisstand von PhysiotherapeutInnen hinsichtlich „gesundheitsfördernder Beratung“ analysiert und abgebildet werden. Jede/r in Deutschland tätige TherapeutIn, unabhängig vom Umfang an gesundheitsfördernden Tätigkeiten, kann an der Befragung teilnehmen. Die Erhebung dauert circa 10–15 Minuten und erfolgt anonym. Bis zum 6. September kann unter folgendem Link an der Umfrage teilgenommen werden: Hier geht es zur Umfrage

VDB-Mitglied Anke Wolf

Monate: August 2020

„Schon während des
Praktikums wusste ich, das ist absolut mein Ding“

Hemmor: Physiotherapeutin Anke Wolf im Portrait Eigentlich wollte Anke Wolf Musik studieren. Doch das Hobby zum Beruf machen, das erschien ihr dann doch keine gute Idee. Auf der Suche nach einer Alternative absolvierte sie ein Praktikum in einer Physiopraxis und fand es großartig, wie die Kollegin mit Patienten umging, war begeistert, wie man mit unterschiedlichem Aufwand Fortschritte erreichen kann. „Das hat mich total angesprochen“, sagt Anke Wolf im Gespräch mit unserer Redaktion. „Schon während des Praktikums wusste ich, das ist absolut mein Ding.“ Heute ist sie selbständige Physiotherapeutin, ihre Praxis befindet sich in Hemmoor zwischen Cuxhaven und Stade, der Schwerpunkt liegt im orthopädischen Bereich. Anke Wolf arbeitet mit sieben Mitarbeitern, eine Kollegin spezialisierte sich auf Kinder und Säuglingsbehandlungen. „Grundsätzlich sind wir so aufgestellt, dass wir jedes Behandlungsfeld abdecken können“, so Wolf, der es ein Anliegen ist, medizinisch zu arbeiten, fachliche Kompetenz dürfe nie zu kurz kommen. Auch Empathie sei wichtig. „Menschen gehen dorthin, wo sie sich gut aufgehoben fühlen“, sagt sie mit Überzeugung. Derzeit absolviert die selbständige Physiotherapeutin eine Weiterbildung zur Voll-Heilpraktikerin, motiviert von der …

Monate: August 2020

„Wenn du einen Beruf so lange machst, dann weißt du, wie du zu behandeln hast.“

Berlin: VDB-Mitglied Marcello Viola im Portrait „Die Situation hat sich für uns in 30 Jahren völlig verändert“, sagt Marcello Viola, Masseur, Heilpraktiker, Osteopath und med. Bademeister im Gespräch mit unserer Redaktion. Angefangen hat er mit einem Kollegen im Stadtbad Wedding, das jedoch vor zehn Jahren geschlossen, der Schwimmbetrieb einstellt wurde. Sie hatten Glück und konnten Räume in unmittelbarer Nachbarschaft beziehen. Heute arbeiten acht Mitarbeiter – Masseure und Physiotherapeuten – an zwei Standorten. Seit 1990 ist Marcello Viola selbständig und auch Mitglied im VDB-Physiotherapieverband. Als klassischer Badebetrieb begann er mit Massage, Fango und med. Bädern, später nahm er Krankengymnastik dazu und erweiterte schließlich sein Portfolio mit Osteopathie.   An Arbeit fehlt es nicht Auch wenn der Bäderbetrieb zum großen Teil weggebrochen ist, an Arbeit fehlt es dennoch nicht. Im Gegenteil. Das Problem liege darin Mitarbeiter für den großen Arbeitsaufwand zu finden. Und wenn sie gefunden seien, hieße es die Leute bei der Stange zu halten. Dazu sorgt Marcello Viola für ein kollegiales Klima in der Praxis, fördert den Teamgeist, dass Füreinander, so dass alle Mitarbeiter gerne …

Mann haelt sich einen Ventilator vor das Gesicht

Monate: August 2020

Hitzewelle in der Corona-Pandemie: Ventilatoren einsetzen – ja oder nein?

In der aktuellen Hitzeperiode steigen die Temperaturen auch in physiotherapeutischen Praxen an. Ventilatoren könnten Abhilfe schaffen. Doch ist der Einsatz von Ventilatoren in der Corona-Pandemie sinnvoll und erlaubt? Auf der Suche nach Antworten sind wir auf der Website der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) fündig geworden. Die BGW empfiehlt: „Ventilatoren einzusetzen ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber es gilt zu bedenken: Der Einsatz von Geräten im Umluftbetrieb wie Ventilatoren (z. B. Standventilatoren), Anlagen zur Kühlung (z.B. mobile und Split-Klimaanlagen) oder Heizung (z.B. Heizlüfter) soll nur in Räumen mit Einzelbelegung erfolgen. Der Luftstrom sollte nicht direkt auf Personen gerichtet sein, da dies zu einer schnelleren und weiteren Ausbreitung etwaiger Aerosole beitragen kann. Eine bessere Wirkung wird erzielt durch allgemeine Maßnahmen zur Raumkühlung wie z. B. Raumlüftung über Nacht, Außenjalousien und Ähnliches. Zur Reduktion der Aerosolkonzentration in Innenräumen ist ein Luftwechsel durch Öffnen von Fenstern oder Einsatz von Lüftungsanlagen die wirksamere Maßnahme.“   Hier geht es zur Seite der BGW: Berufsgenossenschaft fuer Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

Monate: August 2020

Preisverhandlungen für Physiotherapie

Physio-Verbände gehen mit einer klaren Forderung von rund 50 Prozent Vergütungserhöhung in die Verhandlungen. Vertreter der vier physiotherapeutischen Verbände haben die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsanalyse ambulanter Therapiepraxen (WAT-Gutachten) dem GKV-Spitzenverband in Berlin vorgestellt. Am Ende der Ausführungen stand die klare Forderung nach 50,13 Prozent Vergütungserhöhungen für den Bereich der Physiotherapie. Geschlossen fordern die vier physiotherapeutischen Verbände IFK, PHYSIO-DEUTSCHLAND, VDB-Physiotherapieverband und VPT eine Preissteigerung von gut 50 Prozent von den Kassen. Diese Steigerung ist laut WAT-Gutachten des Instituts für Gesundheitsökonomik (IFG), Prof. Dr. Günter Neubauer, die Voraussetzung, um die Wirtschaftlichkeit einer Praxis sicherzustellen sowie angemessene Mitarbeitergehälter und Praxisinhaber-Einkommen erzielen zu können. Die Zahlen und Berechnungen des Gutachtens beruhen auf dem Jahr 2018 und legen sogar eine Erhöhung um 63,48 Prozent zugrunde. Die Verbände berücksichtigten bei ihrer Forderung die Erhöhungen aus dem Jahr 2019 und passten die Forderungen entsprechend an. Neben den wirtschaftlichen Zahlen stellten die Verhandler der physiotherapeutischen Verbände in der ersten Vergütungsverhandlung auch die Vor- und Nachbereitungszeiten pro Behandlungseinheit vor. Die nächste Runde der Vergütungsverhandlungen für den Bereich der Physiotherapie findet am 27. August 2020 in …