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Wenn der Nachbar brennt …

Wenn der Nachbar brennt - Kollaps in der Schweiz

Wenn der Nachbar brennt:

Schweizer Kollaps als Warnung für Deutschland

Der größte Schweizer Physiotherapie-Anbieter schlägt Alarm.
VDB-Bundesvorsitzender André Laufer: „Was in der Schweiz passiert, ist kein Einzelfall, es ist das Muster, das überall entsteht, wenn Politik Heilmittelerbringer systematisch unterbezahlt.“

Nachrichten aus der Schweiz sollten aufschrecken

Es ist nicht weit bis zur Schweiz. Und die Nachrichten von dort sollten jeden aufschrecken, der glaubt, die Versorgungsprobleme in der Physiotherapie seien ein deutsches Phänomen.
Alexandra Helbling, CEO des Physiozentrum mit 32 Standorten und 400 Mitarbeitenden der größte Physiotherapie-Anbieter der Schweiz, nennt die geplante Tarifreform ihres Landes „eine absolute Katastrophe“. Ihre Prognose: längere Wartezeiten, Versorgungslücken in ländlichen Gebieten, verstärkter Fachkräftemangel.

Das klingt erschreckend vertraut.

30 Jahre Stillstand, dann ein System, das Praxen ruiniert
Die Schweiz hat jahrelang auf Reformen gewartet. Der Grundtarif im Physiotherapiebereich war seit rund 30 Jahren unverändert. Nun haben Physioswiss, der Spitalverband H+ und der Krankenversichererverband Prio Swiss eine komplett neue Tarifstruktur beim Bundesamt für Gesundheit eingereicht.
Das Ergebnis: Praxen, die nicht kostendeckend arbeiten können. Inhaberinnen und Inhaber, die vor dem Aus stehen. Eine Branche, die flächendeckend unter Druck gesetzt wird, während der Bedarf an physiotherapeutischer Versorgung wächst.
Wer Heilmittelerbringer nicht angemessen bezahlt, bekommt ein Versorgungsproblem. Das ist keine Drohung. Das ist Ökonomie.
VDB warnt: Das ist kein Schweizer Problem!

Beobachtung mit größter Sorge

Der VDB Physiotherapieverband beobachtet die Entwicklungen in der Schweiz mit größter Sorge. Denn das Muster ist dasselbe:
Jahrelange Unterfinanzierung wird als „stabil“ schöngeredet
Tarifverhandlungen werden verschleppt oder zuungunsten der Leistungserbringer entschieden
Politische Entscheidungsträger unterschätzen die strukturellen Folgen bis die Versorgung kollabiert
In Deutschland kämpfen wir gerade mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz um genau diesen Punkt: Kostendeckende Vergütung ist keine Luxusforderung. Sie ist Voraussetzung für eine funktionierende Gesundheitsversorgung.
Was die Schweiz heute durchlebt, droht Deutschland morgen, wenn jetzt falsch entschieden wird.

Was jetzt gefordert ist

Der VDB fordert von der Politik auf allen Ebenen:
Faire Vergütung jetzt. Nicht in drei Jahren, nicht nach weiteren Studien. Jetzt.
Versorgungssicherheit denken, bevor sie kippt. Physiotherapeutische Praxen schließen nicht laut. Sie schließen still, bis die Wartelisten explodieren und Patienten keine Wahl mehr haben.
Den europäischen Vergleich ernst nehmen. Was in der Schweiz passiert, was in Deutschland droht, das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis einer Politik, die Heilmittelerbringer systematisch als Kostenfaktor behandelt, statt als das, was sie sind: tragende Säule der Gesundheitsversorgung.

Fazit
Alexandra Helbling kämpft in der Schweiz. Wir kämpfen in Deutschland. Der Grund ist derselbe.
Wer jetzt nicht handelt, erklärt den Patienten später, warum niemand mehr da ist.

André Laufer
Bundesvorsitzender VDB-Physiotherapieverband

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Bild: istockphoto.com/ Andrii Yalanskyi