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BMG arbeitet mit Google zusammen

Hände auf einem Laptop

Damit Gesundheitsinfos leichter gefunden werden, arbeitet das Bundesministerium für Gesundheit mit Google zusammen. Die Zusammenarbeit wird von Verlegern kritisiert.

Wer im Internet nach verlässlichen Informationen zu Gesundheitsthemen wie Grippe, Migräne oder Allergien sucht, wird künftig leichter fündig, teilt die Pressestelle des BMG in einer Meldung mit. Das Bundesgesundheitsministerium arbeite nun mit Google zusammen. Bei einer medizinischen Stichwortsuche präsentiere die Suchmaschine künftig die Antworten des Nationalen Gesundheitsportals gesund.bund.de in einem prominent hervorgehobenen Info-Kasten.

Diese Info-Kästen – sogenannte Knowledge Panels für Gesundheitsthemen – stehen bereits für mehr als 160 Krankheiten zur Verfügung. Durch einen Link innerhalb der Knowledge Panels gelangen Nutzerinnen und Nutzer direkt zum jeweiligen Artikel im Nationalen Gesundheitsportal.

Auf dem Nationalen Gesundheitsportal können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über die häufigsten Krankheitsbilder (u.a. Krebserkrankungen, Herzkreislauferkrankungen oder Infektionserkrankungen) informieren. Außerdem werden zahlreiche Beiträge zu verbrauchernahen Themen wie Pflege, Prävention und Digitalisierung angeboten. Weitere Themenschwerpunkte sollen Schritt für Schritt hinzugefügt und das Spektrum an Angeboten kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Dass Gesundheitsinformationen bei Nutzern besonders gefragt sind, zeigten aktuelle Google Trends aus Deutschland: So ist das Interesse an Gesundheitsthemen in den letzten Jahren konstant gestiegen – allein in den vergangenen zwei Jahren um 19 Prozent. Im gleichen Zeitraum verzeichnete der Suchbegriff „Symptom” einen Anstieg von 84 Prozent. Seit April wurde zudem häufiger nach Themen wie „Migräne” (+5%) und „Allergie” (+9%) gesucht.

Die Corona-Pandemie zeige, wie wichtig seriöse Gesundheitsinformationen seien. „Denn nur wer fundierte Informationen hat, kann sich und andere schützen“, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Kritisiert wird der Gesundheitsminister für die Zusammenarbeit mit Google von Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen. Dr. Rudolf Thiemann, Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) argumentiert in einem Artikel auf der VDZ Verbandsseite: „Schon, dass ein Bundesministerium überhaupt ein eigenes Fachmedium mit vollwertiger Berichterstattung über Gesundheitsfragen betreibt, ist mit der Staatsfreiheit der Medien nicht vereinbar und ein unannehmbarer Eingriff in den freien Pressemarkt, der sich nach wirtschaftlichen Grundsätzen finanzieren muss.“ Das Bundesgesundheitsministerium verbreite darüber hinaus aber seine Gesundheitsberichterstattung durch das Quasi-Suchmonopol privilegiert an allen Verlagsangeboten vorbei. Thiemann betont: „Eine solche Verdrängung der privaten Presse durch ein staatliches Medienangebot auf einer digitalen Megaplattform ist ein einmaliger und neuartiger Angriff auf die Pressefreiheit.“