Autor: Thomas Wein

Stellungnahme des VDB-Physiotherapieverbandes zum
Eckpunktepapier

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am 18.09.2018 ein Eckpunktepapier zur Sicherung und Weiterentwicklung der Heilmittelversorgung veröffentlicht. Der VDB-Physiotherapieverband nimmt Stellung in einem Schreiben vom 21.09.2018. Im Zuge der Transparenz veröffentlichen wir unsere Positionen: An das Bundesministerium für Gesundheit Herrn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Betreff: Durchführung der Heilmittelversorgung Hier: Eckpunktepapier vom 17.09.2018 Sehr geehrter Herr Bundesminister Spahn, der VDB-Physiotherapieverband begrüßt es außerordentlich, dass sich Ihr Ministerium um die Sicherung und Weiterentwicklung der Heilmittelversorgung bemüht. Der dargestellte bundesweite Mangel an Fachkräften bietet hierfür allen Anlass. Der Wegfall der Grundlohnsummenanbindung und die Schaffung eines einheitlichen Vergütungsniveaus auf Bundesebene, die sich am höchsten Vertragspreis orientiert, bieten sicher eine gute Grundlage für künftige Vertragsverhandlungen mit den Krankenkassen, wenn Verträge auf Bundesebene abgeschlossen werden sollen. Inwieweit regionale selektiv-vertragliche Abweichungen zugelassen werden können und sollen, bedarf sicherlich einer genauen Analyse. De lege lata käme der GKV-Spitzenverband nicht als Vertragspartner in Betracht. De lege ferenda wäre dies natürlich möglich, auch wenn damit die Verhandlungsposition der Kassenseite in einem ganz erheblichen Maße gestärkt wird. Die Marktmacht der gesamten gesetzlichen Krankenversicherung ist immens. Es wäre deshalb nach …

Autor: Thomas Wein

Therapeuten treffen
Gesundheitsminister

Konstruktives Gespräch zwischen Heilmittelerbringer und Gesundheitsminister Jens Spahn zur prekären Berufssituation Berlin. 17 Verbandsvertreter der Heilmittelerbringer und vier Vertreter der Basis trafen sich zum Informationsaustausch mit Gesundheitsminister Jens Spahn im Gesundheitsministerium. Die Gesprächsrunde erfolgte auf Einladung des Gesundheitsministeriums und verlief zweieinhalb Stunden in konstruktiver Arbeitsatmosphäre. Der Minister kam schnell auf die öffentliche Unruhe im Berufsstand zu sprechen, die er selbst über Briefe, persönliche Kontakte und soziale Medien wahrgenommen habe. Spahn zeigte sich von Beginn an gut informiert und handlungsbereit. Das novellierte Heil- und Hilfsmittelstärkungsgesetz habe zwar einige Verbesserungen gebracht, sagte Jens Spahn einleitend, doch wie es derzeit aussehe, sei die neue Gesetzgebung nicht ausreichend. Insbesondere in der Vergütung und im Wettbewerb der Heilmittelerbringer mit dem öffentlichen Dienst bestehe Nachholbedarf. „Wir brauchen zufriedene Therapeuten mit Freude am Beruf für zufriedene Patienten“, sagte der Minister und regte einen konstruktiven Austausch zu den Themen Vergütung, Blankoverordnung, Entbürokratisierung, Schulgeld und Berufsreform an. Marcus Troidl, Bundesvorsitzender des VDB-Physiotherapieverbandes, sprach sich darauf für eine schnelle Umsetzung der Schulgeldfreiheit aus, insbesondere da die Schülerzahlen um 25 Prozent gesunken sind und er ein …

Autor: Thomas Wein

Bundesgeschäftsstelle in Berlin eröffnet

Der VDB-Physiotherapieverband hat seine Bundesgeschäftsstelle nach Berlin verlegt. Sie finden uns ab sofort im Gebäude des Skulpturenzentrums am Spreebord in Berlin-Charlottenburg. In den letzten Jahren hat sich das politische Zentrum nach Berlin verschoben. Auch Institutionen wie die Deutsche Rentenversicherung (DRV) oder die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) usw. verlegten Ihre Zentrale in die Bundeshauptstadt. Im Zuge dessen trafen auch wir die Entscheidung, eine Geschäftsstelle in Berlin zu eröffnen. Somit können wir Sie künftig noch schneller mit Informationen versorgen. Bundesgeschäftsstelle Berlin VDB-Physiotherapieverband e.V. Am Spreebord 9e 10589 Berlin Tel.: 030 / 367 00000 E-Mail:

Autor: Thomas Wein

Kommentar: Schluss mit unsinnigen Zertifikaten!

Das Zertifikatssystem ist veraltet, obsolet, entbehrt jeder Grundlage. Wir sollten es abschaffen. Besser gestern als heute. Weiterbildung ist wichtig für eine berufliche Entwicklung. Keine Frage – doch nicht um jeden Preis. Anders als in anderen Berufsgruppen lädt der Arbeitgeber die Leistungsträger seines Unternehmens nicht zur Schulung auf Unternehmenskosten ein. Der Physiotherapeut zahlt meist aus eigener Tasche, nimmt unbezahlten Urlaub, investiert in Weiterbildungen, deren Finanzierung ein Monatsgehalt übersteigen, manchmal zwei oder drei… Ist die Ausbildung unzureichend? Warum? Liegt es an einer unzureichenden Ausbildung, die Physiotherapeuten dazu verdammt, mehr und mehr zu investieren, um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden? Oder liegt die Ursache in der fehlenden wissenschaftlichen Begleitung? Woher wissen wir, welche Therapie hilft und welche nicht? In der Realität bestimmt der Markt, spuckt alle paar Jahre neue Wunderkonzepte aus. Die Therapeuten buchen die Kurse für viel Geld, die Praxisinhaber stellen vorzugweise Kollegen mit entsprechenden Zertifikaten ein, die Fortbildungsanbieter suggerieren die Notwendigkeit der Weiterbildung, die Kassen rechnen Zusatzqualifikationen ab. Wer profitiert? Wer investiert? Das Missverhältnis zu Lasten der Therapeuten ist offensichtlich. Sind Zertifikate Qualitätssiegel? Doch es …

Autor: Thomas Wein

#Therapeuten am Limit: Was bedeutet das Hashtag?

Heiko Schneider berichtet im Gespräch mit unserer Redakteurin Daniela Driefert über die prekäre Situation der Therapeuten. Heiko Schneider ist Physiotherapeut. Auf den ersten Blick wirkt er nicht wie ein Mann, der unbedingt im Rampenlicht stehen muss. Und dennoch: Schneider avancierte in den letzten Wochen zur Galionsfigur der Therapeutengemeinde auf Facebook. Warum? Weil er öffentlich sagt, was viele denken: „Ich bin am Limit“. In einem Brandbrief legte er seine berufliche Situation offen. Zahlreiche Kollegen erkannten sich wieder, bestätigten in eigenen Briefen die prekären Berufsverhältnisse. Schneider entschied die Dokumente Vertretern des Gesundheitsministeriums zu übergeben. Dafür legte er die Strecke von Frankfurt nach Berlin mit dem Rad zurück. Die Redaktion der Therapie und Praxis traf ihn in Brandenburg. Im Interview mit Daniela Driefert erzählte Schneider seine Beweggründe und was sich in der Physiotherapie ändern muss. VDB: Heiko, wie viele Nachrichten bekommst du am Tag? Heiko Schneider: Hunderte. Ich zähl das nicht mehr. Briefe bekomme ich am Tag zwischen zehn und dreißig. Bevor ich los bin, habe ich sie in PDFs umgewandelt, insgesamt sechshundert, die werden wir übergeben. Der …