Aktuelles, Berufspolitik

„Retten wir die Bäder“ – Treffen

VDB unterstützt Mitmach-Aktion "Retten dwir ie Bäder"

Mitmach-Aktion der Bäderallianz Deutschland

Am 24. Februar 2026 nahm Andre Laufer für den VDB Unternehmerverband der Physiotherapeuten Masseure und medizinischen Bademeister an der Sitzung der Bäderallianz Deutschland in Friedrichsdorf teil. Die Veranstaltung verdeutlichte, dass die Zukunft der deutschen Bäderlandschaft kein sportpolitisches Randthema ist, sondern eine zentrale gesundheits und wirtschaftspolitische Fragestellung mit unmittelbaren Auswirkungen auf die betroffenen Berufsgruppen und deren unternehmerische Existenzgrundlage.

Teilnehmer des Trfefena der Bäderallianz Deutschöand

Erheblicher Inverstitionsstau

Deutschland steht vor einem erheblichen Investitionsstau in der Bäderinfrastruktur. Zahlreiche Einrichtungen sind sanierungsbedürftig, energetisch ineffizient oder akut von Schließung bedroht. Gleichzeitig wächst der Bedarf an rehabilitativen und präventiven Angeboten kontinuierlich. Ursachen sind insbesondere der demografische Wandel, die Zunahme chronischer Erkrankungen sowie der politische Wille, Prävention stärker in den Fokus zu rücken. Dieser Entwicklung steht die Realität vor Ort entgegen. Therapieflächen im Wasser werden knapper, Nutzungszeiten reduziert und bestehende Kooperationen geraten zunehmend unter Druck.

Für Physiotherapeuten, Masseure und insbesondere für medizinische Bademeister sind Bäder keine optionalen Zusatzorte, sondern originäre Behandlungsräume. Balneotherapie, Hydrotherapie, Bewegungsbäder und physikalische Anwendungen im Wasser gehören zum Kern des therapeutischen Leistungsspektrums. Wenn Bäder schließen oder ihre Kapazitäten eingeschränkt werden, betrifft dies nicht allein den Freizeitbereich, sondern führt zu einer realen Reduzierung medizinischer Versorgung.

Bewegung erkennbar

Im politischen Raum ist Bewegung erkennbar. Der Deutsche Schwimmbadplan wurde im Sportausschuss des Bundestages beraten, zudem stehen Förderoptionen über Sondervermögen und Mittel aus dem Klimatransformationsfonds zur Diskussion. Aus Sicht des VDB reichen jedoch bloße Absichtserklärungen nicht aus. Erforderlich ist eine verbindliche und langfristig abgesicherte Investitionsstrategie, die Bäder ausdrücklich als Bestandteil der Gesundheitsinfrastruktur definiert und nicht ausschließlich als Sport oder Freizeitstätten betrachtet.

Zentrales Anliegen

Im Zusammenhang mit der Finanzierung ist es dem VDB ein zentrales Anliegen, auch unternehmerisches Engagement sichtbar zu machen. Unternehmen, die die Bedeutung einer zukunftsfähigen Bäderlandschaft für Prävention, Rehabilitation und Versorgungssicherheit teilen, sind ausdrücklich eingeladen, sich an der Kampagne zur Sicherung und Weiterentwicklung der Bäderinfrastruktur zu beteiligen. Eine Unterstützung kann in unterschiedlichen Formen erfolgen und leistet einen konkreten Beitrag zur Stärkung der therapeutischen Versorgung sowie zur langfristigen Sicherung notwendiger Behandlungsräume.

Der VDB positioniert sich klar.

Die Bäderlandschaft muss als systemrelevanter Bestandteil der Präventions- und Rehabilitationsversorgung anerkannt werden. Förderprogramme sind so auszugestalten, dass therapeutische Nutzung strukturell berücksichtigt wird. Kommunen benötigen Planungssicherheit, und Gesundheitsberufe müssen frühzeitig in infrastrukturelle Entscheidungen eingebunden werden. Wer Prävention politisch stärken will, darf die dafür notwendigen Räume nicht vernachlässigen.

Debatte eröffnet Chancen

Gleichzeitig eröffnet die aktuelle Debatte auch Chancen. Energetische Sanierungen, Modernisierungsvorhaben und neue Kooperationsmodelle können innovative Versorgungsstrukturen ermöglichen, sofern Gesundheitsberufe als strategische Partner verstanden werden und nicht lediglich als nachgelagerte Nutzer.

Die Problematik wächst

Die Sitzung hat gezeigt, dass das Bewusstsein für die Problematik wächst, der politische Handlungsdruck jedoch weiterhin hoch bleibt. Für den VDB bedeutet dies, Präsenz zu zeigen, Allianzen zu stärken und die Interessen von Physiotherapeuten, Masseuren und medizinischen Bademeistern klar und offensiv zu vertreten. Die Sicherung der Bäder ist keine Randfrage, sondern eine Frage der Versorgungssicherheit, der Präventionspolitik und der unternehmerischen Zukunft der Mitgliedsbetriebe.

Lesen Sie zu diesem Thema auch in unserer neuen Ausgabe der T+P 01.2026 das Interview zur Mitmach-Aktion mit Christian Mankel  dem Geschäftsführer der DGfdB.

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